Seite wählen

Die B1 als Verbindungs- und Hauptverkehrsstraße hat eine sehr lange Geschichte. In der Region ruft sie als zentrale Verkehrsader zwischen Berlin und dem benachbarten Polen allerdings viele Fragen auf. Vor allem in den Müncheberger Ortsteilen Jahnsfelde und Hoppegarten rumort es – im Grunde, seit vor etwa 10 Jahren auf Landesebene diesbezügliche Maßnahmen zur Infrastrukturanpassung beschlossen wurden.
Vor allem, wenn der Bau einer neuen Brücke über die Oder (geplante Übergabe 2030) dazu führt, dass die 7,5 Tonnen-Schwerlastbeschränkung aufgehoben werden wird. Dann rollen möglicherweise 40-Tonner durch Müncheberger Ortsteile, die auf solche Veränderungen überhaupt nicht eingerichtet sind. Das hat auch eine vor drei Jahren erstellte Defizitanalyse des Landesbetriebs für Straßenwesen ergeben. Die zahlreichen Probleme, die dort aufgeführt werden, sind allerdings in keinem Fall in den kommenden vier Jahr zu bewältigen, das ist sogar Laien klar. Ortsumgehungen sind im übrigen keine weiteren vorgesehen.

Sorge in den Gemeinden

Auch in Diedersdorf und im Küstriner Vorland sehen viele Menschen mit Unruhe auf die Entwicklungen. Die Ortsvorsteher und Bürgermeister der anliegenden Gemeinden sind aus diesem Grund zuletzt in Manschnow zusammengekommen, gemeinsam mit Vertretern des Landratsamts, der Amtsdirektoren von Seelow und Golzow sowie Engagierten der Bürgerinitiative B1.
„Leider waren die Mitarbeiter des zuständigen Landesbetriebs bei dieser Versammlung nicht vor Ort“, erzählt Jann Blodau, der als Ortsvorsteher von Jahnsfelde nach dem Rücktritt von Wolfgang Stenzel im August als dessen ehemaliger Stellvertreter nachgerückt ist. Das werde bei einem demnächst anstehenden Folgetreffen hoffentlich nachgeholt.
Man wolle als betroffene Orte in der Region dem, was da in Aussicht steht, gemeinsam begegnen, erklärt Blodau. „Der Ausbau von Wirtschaftszonen wie der in Polen und die Konsequenzen der fehlenden bilateralen Abstimmungwerden doch auf dem Rücken der Leute hier ausgetragen“, sagt der junge Ortsvorsteher. „Wir reden nicht nur über den Lärm, der mit all dem verbunden ist, auch die Bausubstanz wird angegriffen, der Werteverfall der Grundstücke ist vorprogrammiert – mittelfristig werden Leute aus dem Ort wegziehen.“ Seiner privaten Meinung nach, so Blodau, müsse der Landesbetrieb Vorschläge machen, wie der Verkehr zu reduzieren sei, man müsse über Tempo-Kontrollen, Nachtfahrverbote und andere Instrumente sprechen.
Diese und weitere Argumente führt auch die Bürgerinitiative B1 an, die fordert, dass die Bundesstraße und die dazugehörigen Verkehrswege im Sinne der Anlieger und Nutzer ausgebaut werden. Sie beruft sich unter anderem auf eine Prognose im Auftrag der IHK Ostbrandenburg laut der nach Öffnung der Grenzbrücke etwa 13.100 PKW und 4.600 LKW pro Tag die Verbindung nutzen würden. Sie berücksichtigt auch die Verkehrsanforderungen von Tesla und bedeutet bei PKWs eine Zunahme von 115,9 Prozent und bei LKW eine Zunahme von 1.525,4 Prozent.

Gesundheitliche Risiken

Das damit auch eine mehr als 1000-prozentige Zunahme von Abgasen, Feinstaub und Stickoxiden in Gemeinden und entlang der Radwege der Bundesstraßen mit Schwerlastverkehr zu erwarten ist, stelle nicht nur die touristische Entwicklung der Region in Frage, sondern werfe weitere zu den hohen gesundheitlichen Risiken auf. Wie es um den Schutz vor Gefahren durch Gefahrguttransporte bestellt ist und die Erreichbarkeit von Ärzten, sei ebenso ein Thema wie die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen, die hier auf ihren Schulwegen betroffen sind, so die BI.
In Polen ist die Fortführung der B1 bereits längst massiv ausgebaut, was mit dazu führt, dass ein erheblicher Teil des Schwerlastverkehrs eben schon jetzt nicht wie geplant über die A12 führt, sondern die kürzere Strecke über Müncheberg und Seelow nimmt. Aktuell ist vor allem die Freiwillige Feuerwehr mit den Folgen des Schwerlastverkehrs und der generell starken Befahrung konfrontiert. Regelmäßig kommt es zu schweren Unfällen, ob an der Kreuzung der B1 mit der L36 oder im gesamten Verlauf zwischen Müncheberg und Seelow. „Wir reden hier von immer mehr traumatischen Unfällen, die aufs Ehrenamt ausgelagert werden“, sagt Jann Blodau, dies sei absolut keine tragbare Situation. Und natürlich sind von den damit verbundenen Sperrungen zahlreiche Menschen im Landkreis und der Region betroffen.

Von Claudia Krieg

“Wir stehen am absolut richtigen Platz”
“Wir stehen am absolut richtigen Platz”

Herr Pohl, das Müncheberger Altenpflegeheim liegt sehr zentral, sehr sichtbar. Ich finde das ungewöhnlich, wie kommt das und was bedeutet es für die Stadt? Dazu kann ich, ehrlich gesagt, unendlich viel erzählen. Ich habe 1984 im Vorgängerhaus als Krankenpfleger in der...

mehr lesen
Ferienprogramm Jugendclub 2nd Home
Ferienprogramm Jugendclub 2nd Home

Sommerferien in Müncheberg Die Anmeldung für das Ferienprogramm vom 9.7.2026 bis 17.07.2026 endet offiziell am 30.6.2026. Für Rückfragen und Anmeldungen meldet euch gerne bei der Jugendsozialarbeiterin Claudia Dornath unter 0155-674 095 93. Das Ferienprogramm startet...

mehr lesen
Siedlungsverkehr: Betroffenheit sehr unterschiedlich
Siedlungsverkehr: Betroffenheit sehr unterschiedlich

Siedlungsverkehr: Betroffenheit sehr unterschiedlich Eins ist klar: Es ist ein Müncheberger Thema, zu dem quasi alle etwas zu sagen haben. Auch viele, die gar nicht in der Müncheberger Siedlung wohnen. Denn die Verkehrsorganisation, über die zuletzt in zwei...

mehr lesen
Heute schon gekichert?
Heute schon gekichert?

Heute schon gekichert? Noch nicht alle kennen und genießen die leckere Kichererbse, ob in Suppen, püriert zum würzigen Hummus oder als frittierte Falafel-Bällchen, doch sie ist schon längst eine keimende Hoffnung auf Brandenburgs trockenen Äckern. Um die regionale...

mehr lesen
Kleines Lexikon – Bürgerbeteiligung
Kleines Lexikon – Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung – Mitmachen statt zuschauen Kommunale Selbstverwaltung lebt vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Demokratie findet nicht nur am Wahltag statt, sondern vor allem im Alltag der Städte, Gemeinden und Landkreise. Bürgerbeteiligung bedeutet, dass...

mehr lesen
Vorgestellt aus Müncheberg
Vorgestellt aus Müncheberg

„Ich möchte den Ort, an dem ich lebe, mitgestalten“ oder wie das Montessori-Institut nach Müncheberg kam Zwischen Taxi-Kühn und der Volksbank sind in der Ernst-Thälmann-Straße 69 in Müncheberg bunte Fensterscheiben zu bestaunen. Ist es ein neuer Spielzeugladen? Was...

mehr lesen
1. Frühstück mit der Kleinen Müncheberger Zeitung
1. Frühstück mit der Kleinen Müncheberger Zeitung

Druckfrische Zeitung und frischer Kaffee, frische Brötchen, frisches Rührei: Das war das 1. Frühstück mit der Kleinen Müncheberger Zeitung am 21. Februar 2026 in der Café-Bar im Thälmanns. Gedacht war es als Dankeschön an alle ehrenamtlich Engagierten, die die Zeitung...

mehr lesen
Bürgerjournalismus
Bürgerjournalismus

Weniger Misstrauen Immer mehr Zeitungen machen dicht, gerade bei der lokalen Berichterstattung hat das bereits große Lücken hinterlassen. Die meisten Menschen informieren sich über das Internet, vor allem über Social Media. Dort findet sich vieles, was „knallt“ oder...

mehr lesen